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erhobenen Kommunikationsdaten und -profilen abgeglichen.
Daß Ihr Computer gerade heimlich
online-durchsucht wird, erwähnen wir
lieber nicht – weil »heimlich« eben.
Grund dafür kann einer oder mehrere der folgenden illegalen Inhalte auf
der gesperrten Seite sein:
- Kinderpornographie;
- allgemeine Pornographie;
- Raubkopien von Musikdateien, Filmen oder Software, sowie andere
Urheberrechtsverletzungen;
- Bombenbauanleitungen oder Diskussionen über Chemie;
- Diskussion, Planung oder Verherrlichung von Terrorismus oder
islamistischen Taten;
- Computer-Killerspiele;
- Diskussion, Planung oder Verherrlichung von Amokläufen;
- Glücksspiel;
- Markenrechtsverletzungen oder Verstöße gegen die
Impressumspflicht;
- kritische Diskussionen über die geliebte Bundesregierung oder die
Arbeit der großen Volksparteien und Politiker;
- anderweitig schädliche oder unerwünschte Inhalte.
Vielen Dank für Ihr Verständnis und die Mitarbeit Ihres
Internetzugangsanbieters. Ihr Bundeskriminalamt im Auftrage
- der ehemaligen Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend, Ursula von der Leyen, CDU;
- des ehemaligen Bundesministers für Wirtschaft und Technologie,
Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg, CSU;
- der ehemaligen Bundesministerin der Justiz, Brigitte Zypries, SPD;
- des ehemaligen Bundesministers des Innern, Wolfgang Schäuble, CDU,
- der EU-Kommissarin für
Inneres, Cecilia Malmström, FL (Schweden)/ELDR.
Informationen über Internetzensur in Deutschland
Unter Federführung von Bundesfamilienministerin Ursula »Zensursula«
von der Leyen und Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor Freiherr zu
Guttenberg wurde ein »Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu
kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen« (ZugErschwG) von CDU/CSU und SPD am
2009-06-18 verabschiedet.
Dieses hilft
keinem einzigen Mißbrauchsopfer und ist völlig unwirksam
gegen die
Verbreitung von »Kinderpornographie« (dokumentiertem
Kindesmißbrauch!) im Internet. Es wird mit falschen Zahlen
argumentiert, die Bundesregierung hat nämlich keinerlei
Kenntnisse. Es wird jedoch mit den sogenannten
Internetsperren eine quasi unkontrollierte
Zensurinfrastruktur wie in China oder im Iran aufgebaut,
mit der alle möglichen – von der Polizeibehörde BKA unerwünschten – Inhalte
gesperrt werden können. Das ist das Ende der Gewaltenteilung (Richter –
Polizei) in Deutschland und Angriff auf das Grundgesetz (Artikel 5, 10, 20); aus inhaltlichen wie formalen Gründen ist das
Zugangserschwerungsgesetz offensichtlich
verfassungswidrig.
Gefordert werden Sperrungen nicht nur allein von Kinderpornographie,
sondern auch von:
- »Gewalt- und Killerspielen« – Thomas
Strobl, CDU. Das
wird sogar »ernsthaft geprüft«, worauf nochmals nur wenige
Stunden nach Abstimmung über das Zugangserschwerungsgesetz hingewiesen
wurde, obwohl zuvor in der Debatte von CDU/CSU und SPD immer wieder
beteuert wurde, es ginge nur um Kinderpornographie.
- »Gewaltseiten« – Bundesbildungsministerin
Annette Schavan, CDU.
- Glücksspiel – Heinrich
Sievers, Leiter des Referats Glücksspiel im hessischen
Innenministerium, und Jürgen
Büssow, SPD, Regierungspräsident Düsseldorf.
- Sperrung
von rechtsextremen Internetseiten – Joachim Herrmann, CSU,
bayrischer Innenminister, mit Unterstützung von Thomas Krüger, Präsident
der Bundeszentrale für politische Bildung.
- »Antisemitismus« – Gert Weisskirchen, SPD,
außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion.
- Hass-Seiten,
rechtsextremistische Inhalte – Romani Rose, Vorsitzender des
Zentralrats Deutscher Sinti und Roma.
- »Webseiten und Portale, die islamistische Parolen
verbreiten« – Dorothee Bär, CSU, in einem Dokument der Jungen
Union.
- »Internetsperren
sollen nicht nur bei Kinder-, sondern auch bei Jugendpornografie
vorgesehen werden« – Carmen Marks, SPD, jugendpolitische
Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion.
- »Unzulässige
und jugendgefährdende Inhalte« – Kommission für
Jugendmedienschutz (KJM).
- »Der
Vorstoß der Familienministerin zum Verbot von Kinderpornografie im
Internet ist ein richtiges Signal. Es geht um gesellschaftlich
gewünschte Regulierung im Internet, dazu gehört auch der Schutz des
geistigen Eigentums.« – Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des
Bundesverbandes Musikindustrie.
- »Urheberrechtsverletzungen in
breitestem Ausmaß gegenüber Künstlern und Kreativen« – Dorothee
Bär CSU, und Wolfgang
Börnsen, CDU.
- Angebote,
die das Urheberrecht verletzen; One-Click-Hoster wie Rapidshare – Christian Sprang, Leiter der
Rechtsabteilung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.
- Webangebote mit Links zu Videostreams – Max
Wiedemann, Filmproduzent, unter großem Beifall auf einem Forum der
Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen
(GVU).
- Generelle Indizierung von »Pro-Ana«- (Magersucht, Anorexie)
und »Pro-Mia«-Webseiten (Eß-Brechsucht, Bulimie) als
jugendgefährdend – Deutscher Philologenverband.
- »Andere
kriminelle Vorgänge« – Dr. Dieter
Wiefelspütz, SPD.
- Generell
umstrittene Websites – Jürgen Rüttgers, CDU, Ministerpräsident
Nordrhein-Westfalen.
- Mobbing,
Beleidigungen, Betrug – Ursula von der Leyen, CDU.
- Es
sei »ganz dringend auch die Sperrung von fremdenfeindlichen und
anti-semitischen Inhalten einzubeziehen«, da diese ebenfalls auf
unterster moralischer Stufe stünden. – Jörg Zierke, SPD, Präsident des BKAs.
Laut einem Urteil des Landgerichts Hamburg müssen die Sperren
für nichtkinderpornographische Inhalte genutzt werden, sobald die
Sperrinfrastruktur einmal geschaffen wurde.
Das Einführen der Zensurinfrastruktur ist also ein Faß ohne Boden,
die Büchse der
Pandora …
Damit werden Demokratie, Meinungs- und Informationsfreiheit,
Telekommunikation und Wirtschaft gefährdet (wie schnell werden wohl sich
im Web kritisch äußernde Meinungen – etwa gegen die
geliebte Bundesregierung – in Zukunft gesperrt werden?), während
gleichzeitig wegen Unfähigkeit des
Bundeskriminalamts Kinderpornographie im Web verbleibt und
nicht verfolgt wird – das haben Analysen ausländischer Sperrlisten
gezeigt. Diese Analysen haben auch gezeigt, daß die meisten gesperrten Websites
überhaupt keine Kinderpornographie enthalten (denn solche Inhalte werden
zumeist direkt und in privaten Zirkeln getauscht, eher selten über öffentliche
Webseiten) und daß die wenigen Kinderporno-Server, die es gibt, in Ländern wie
USA, Kanada, Australien, Niederlande und
insbesondere auch Deutschland (!) stehen – was auch dem BKA
und der SPD vor der Abstimmung über das ZugErschwG im Bundestag
bekannt war –, wo Abschalten und Strafverfolgung durch
unbürokratische internationale Zusammenarbeit einfach möglich wären.
Bitte informieren Sie sich und andere über die Hintergründe dieses
populistischen Gesetzes, mit dem vor allem die damalige
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen Wahlkampf auf dem
Rücken mißbrauchter Kinder betrieben hat, während die Strafverfolgung auf der Strecke bleibt. Zahlreiche
Juristen, Internetexperten, Bürgerrechtler und sogar Mißbrauchsopfer sind gegen dieses Gesetz. Mehr
als 134000 Mitmenschen haben eine Petition an den Deutschen Bundestag
gegen dieses Gesetz und mit der Forderung »Löschen statt Sperren« unterzeichnet. Die große
Koalition aus CDU/CSU
und SPD
ignorierte die Kritik. Obwohl sogar Bundesinnenminister Wolfgang
Schäuble nach der Bundestagswahl zugab, daß das
Zugangserschwerungsgesetz handwerkliche
Fehler aufweist und eine reine Wahlkampfmaßnahme war.
Der FDP ist nach der
Bundestagswahl in den Koalitionsverhandlungen mit CDU/CSU immerhin gelungen, das
Zugangserschwerungsgesetz
für ein Jahr auszusetzen, aber es wurde nicht abgeschafft und
die Zensurinfrastruktur bei den Internetprovidern nicht abgebaut. Auch
über die Europäische Union in Gestalt der Kommissarin für Inneres Cecilia »Censilia« Malmström sowie andere
internationale Organisationen und Verträge als auch über die Medienlobby
und andere Interessengruppen wird immer wieder versucht werden,
Kontrolle über das Internet zu erlangen und es zu zensieren. Wir alle
müssen aktiv werden, um die bestehenden und immer neuen Einschränkungen
unserer Freiheit und Bürgerrechte – durch Zensur, Verbote, Kontrolle,
Überwachung – zu verhindern und abzuschaffen.
Informieren Sie sich!
- Arbeitskreis gegen
Internet-Sperren und Zensur (mit Wiki und Mailinglisten)
- netzpolitik.org
- MissbrauchsOpfer Gegen
InternetSperren (MOGIS). Interview auf Zeit
Online und im Tagesspiegel.
- Fünfminütiges Video »Rette
Deine Freiheit« über den »Kampf gegen Kinderpornographie im
Internet« von Alexander Lehmann, von dem auch das berühmte Video »Du bist Terrorist«
stammt.
- Podcast Chaosradio
Express 124
- Analysen ausländischer Sperrlisten: Australien
(Server-Standorte), Norwegen (Server-Standorte),
Europa (Server-Standorte), rechtliche Verfolgbarkeit,
Möglichkeiten
der rechtlichen Verfolgung; Resultate der Aktion »Löschen statt verstecken« des AK
Zensur.
- »Der Bundesregierung liegen keine (Er-)Kenntnisse vor.« Antworten
auf eine kleine Anfrage der FDP und eine Anfrage des
Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss.
- »Löschen statt sperren!« CareChild ließ 16 Webseiten, der AK
Zensur 60 Webseiten in 12 Stunden abschalten.
- BKA-Dienstweg verhindert
Löschen (Aussage von Dr.
Martina Krogmann, CDU)
- Blogs der Rechtsanwälte Udo
Vetter und Thomas
Stadler mit Einträgen zum Thema Netzsperren. Blog von Alvar Freude.
- Listen mehr oder weniger »freiwillig« zensierender Zugangsanbieter:
zensurprovider.de, providerzensur.de. DNS-Sperren umgehen: Liste
alternativer DNS-Server, ungefiltert-surfen.de.
- Medienberichte: NDR
»Zapp«-Bericht Heftige Proteste
gegen Sperrungen im Internet (Video). Nachrichtensammlungen auf
heise
online, Golem.de.
- Echtzeitdiskussion
im Kurznachrichtendienst Twitter
- Rettet das
Internet mit Stoppschild-Kampagne
für die eigene Website (alternative Stoppschild-Kampagne: Stopp-Seite.de)
Handeln Sie!
- Umgehen Sie die Zensur. Tragen Sie
völlg legal (jedenfalls derzeit noch) einen nichtzensierenden
DNS-Nameserver in Ihren Netzwerkeinstellungen ein (Liste
alternativer DNS-Server, ungefiltert-surfen.de).
- Informieren Sie sich bei und helfen Sie überparteilichen
Organisationen (zum Beispiel durch Spenden, Mitarbeit, Mitgliedschaft),
die sich für Bürgerrechte in der Informationsgesellschaft engagieren,
wie zum Beispiel: Arbeitskreis gegen
Internet-Sperren und Zensur, Verein zur Förderung des öffentlichen
bewegten und unbewegten Datenverkehrs e.V. (FoeBuD), Chaos Computer Club e.V. (CCC),
Arbeitskreis
Vorratsdatenspeicherung, Humanistische
Union.
- Demonstrieren Sie gegen das Zensurgesetz und für
Bürgerrechte.
- Mitmenschen (vor allem im »echten Leben«, nicht nur
in Blogs und Twitter) über das Gesetz und die Probleme
informieren. Mit ihnen diskutieren. Sie zum Mitmachen
auffordern.
- Politiker möglichst persönlich und höflich
kontaktieren, informieren und zur Ablehung von Internetsperren
auffordern.
- Die Zensur- und Überwachungsparteien CDU/CSU/SPD
überall abwählen. Die Piratenpartei, FDP, Bündnis
90/Die Grünen und Die Linke
versprechen, gegen Internetsperren und -zensur sowie für Bürgerrechte und ein
Ende des Überwachungsstaates einzutreten. Bei diesen Parteien
sollte für jeden Wähler was dabei sein (nicht wählen, ungültig wählen,
rechtsextrem wählen sind kontraproduktiv).
- Werden Sie in einer Partei Mitglied und ändern Sie die Partei und
Politik von Innen.